Behind the Greator Festival

Zen on Stage

Sharing a piece of "Nothingness"

Wenn Menschen an ein Festival denken, denken sie meistens an die Bühne, an die Musik, die Lichter, die Energie im Raum und die Momente, die sichtbar werden. Was oft verborgen bleibt: Der eigentliche Beginn liegt viel früher.

Für mich und das Team hat dieses Wochenende nicht erst mit der Ankunft begonnen. Wochen vorher entstehen die ersten Gedanken. Welcher Titel trägt die Keynote? Welches Thema ist im Moment wirklich relevant? Wie soll ein Intro-Video aussehen, damit es nicht nur Aufmerksamkeit erzeugt, sondern den richtigen Rahmen öffnet? Wer begleitet die Reise, wer übernimmt welche Aufgaben und wie schaffen wir Bedingungen, damit auf der Bühne Präsenz entstehen kann?

Die Reise wird geplant und meistens reisen wir bereits einen Tag vorher an, weil Ankommen Teil der Vorbereitung ist.

Backstage angekommen, war alles in Bewegung. Menschen liefen, Stimmen, Technik, Zeitpläne. Und doch bemerkte ich etwas anderes. Jeder trug etwas Unsichtbares in sich, sowohl bei dem Organisationsteam von Greator, als auch bei den Teilnehmern der Veranstaltung: Vorfreude, Unsicherheit, Erwartung, Hoffnung. Manche suchen Inspiration, manche suchen Antworten, manche suchen Bestätigung und mache suchen sich selbst.

Vor dem Auftritt saß ich mit unserem Team einen Moment auf der Tribüne. Nicht um mich vorzubereiten, sondern um nichts vorzubereiten. Wenn du ständig darüber nachdenkst, wie du wirken willst, verlierst du die Verbindung zu dem, was gerade ist.

Dann wurde es Zeit, es ging hinter die Bühne zur Verkabelung. Für mich bedeutet dieser Moment: Den Ort spüren, die Bühne sehen, den Raum wahrnehmen. Ein tiefer Atemzug und ein Blick nach innen. Die Namen von Shifu Zuan und mir wurden angekündigt. Der Moment auf der Mainstage kommt. Die Halle ist voll. 16.000 Menschen sitzen vor dir. Aber ich sah nicht tausende Menschen. Ich sah einzelner Gesichter. Menschen mit Geschichten und mit Fragen. Ich fragte mich: Kann ich einen Raum öffnen, in dem sie sich selbst begegnen? Von außen wirkt so ein Moment vielleicht überwältigend. Tatsächlich wird er erstaunlich ruhig. In diesem Augenblick verschwinden viele Gedanken und übrig bleibt der jetzige Moment.

Nach der Keynote verändert sich die Atmosphäre. Im Backstagebereich wird aus Intensität wieder Alltag. Es gibt Essen, Gespräche, kurze Begegnungen und Momente des Durchatmens. Menschen kommen vorbei, bedanken sich, erzählen ihre Geschichten oder teilen einen Gedanken, den sie mitnehmen.

Der erste Tag endete zeitig für uns, bereits am Nachmittag. Und obwohl noch Energie da war, spürte man bereits, wie viel Konzentration und Präsenz in wenigen Stunden liegen können.

Der zweite Tag begann unter noch heftigeren Wetterbedingungen als am Vortag. Fast 40 Grad zeigte das Thermometer. An diesem Tag stand zunächst die Red Stage auf dem Programm. Ein Workshop mit mehr als tausend Menschen.

Schon beim Betreten des Areals war spürbar, wie anspruchsvoll die Bedingungen werden würden. Die Hitze war präsent. Gleichzeitig war da eine bemerkenswerte Offenheit zu spüren. Der Workshop selbst fühlte sich besonders an. Mir ist wichtig, dass Inhalte nicht nur verstanden, sondern erlebt werden. Deshalb versuche ich immer, Wissen mit Praxis zu verbinden. Nicht nur über etwas sprechen, sondern Menschen die Möglichkeit geben, es direkt zu erfahren.  Trotz der Hitze blieb die Aufmerksamkeit hoch. Die Menschen waren präsent, haben mitgemacht und waren bereit, sich einzulassen.

Als der Workshop endete und der Applaus kam, war das kein Gefühl von Bestätigung. Es war eher ein Gefühl von gemeinsamer Erfahrung. Es entstand der Eindruck, dass etwas angekommen ist. Gleichzeitig haben wir alle die Bedingungen gespürt. Die Besucher, als auch unser Team. Der Vormittag forderte Konzentration und Energie.

Deshalb ging es danach zunächst zurück ins Backstage-Restaurant. Essen, Wasser, kurze Erholung und erneut gute Begegnungen, bevor es zur Buchsignierungsstunde ging.

Schon eine halbe Stunde vor Beginn hatte sich eine lange Schlange gebildet. Als ich hörte, dass alle Bücher ausverkauft waren, entstand kein Gefühl von Erfolg im klassischen Sinne. Es war Dankbarkeit. Zu sehen, dass Menschen bereit sind, Gedanken, Praxis und Inhalte mit nach Hause zu nehmen, ist etwas Besonderes.

Nach einer kurzen Pause ging es zur letzten Station des Tages. Eine Q&A-Session. Zu diesem Zeitpunkt war die Hitze auf ihrem Höhepunkt. Die Konzentration ließ langsam nach und der Körper wurde müde. Aber genau solche Momente erinnern daran, worum es eigentlich geht. Es geht nicht darum, immer mit maximaler Energie präsent zu sein. Es geht darum, auch dann aufmerksam und verbunden zu bleiben, wenn die Bedingungen nicht perfekt sind.

Am Ende bleiben deshalb nicht die Bühnen in Erinnerung, sondern die Begegnungen und die Erkenntnis, dass die sichtbarsten Momente meistens auf vielen unsichtbaren Momenten davor aufbauen.

Shifu Zuan / Shi Heng Yi

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Shifu Zuan und Shi Heng Yi

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Shi Heng Yi Signierstunde

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Kurzes Hallo an Dieter Lange

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Laughing about nothing

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Shifu Zuan & Shi Heng Yi

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Connecting with Friends

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Space for Shifu Zuan

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LANXESS Arena Köln

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Contemplation

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Behind the Stage with Detlef Soost

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Time to Go

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Here we go

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On Stage sharing Nothing

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Thanks to Everyone

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